Cambodia: Siem Reap und Ankor wat tempel
Sorry das es so lange gedauert hat, aber ich hatte Probleme mit meiner Festplatte, dort wo ein Teil der Bilder gespeichert ist, und es ist schwer hier schnelles Inet zu finden…aber hier kommt der Bericht meiner ersten Zeit Cambodia:
Um Mike und Jodie in Siem Reap (die im Gegensatz zu uns geflogen sind) wieder zu treffen, verließen wir also bald Bangkok wieder und machten uns mit dem Bus auf zur Grenze. Vom Busbahnhof aus nahmen wir dann ein “Tuck Tuck” zur 7 km entfernten Landeslinie. Zu unserer Überraschung fuhr unser “tuck tuck”-Fahrer allerdings nicht zum Grenzübergang sondern zur Cambodischen Botschaft. Der Fahrer erklärte, dass wir hier das Visa holen sollen. Ich hatte aber extra vorher gecheckt und war mir ziemlich sicher, dass wir ein Visa an der Grenze bekommen können. Meine Gedanken wurden von einem Botschafter unterbrochen, der eilig auf uns zurannte und in fließendem Englisch erklärte, dass wir das Visa hier ausgestellt bekommen müssen und nicht mehr an der Grenze. Angeblich wäre das Büro dort geschlossen worden, weil sie hier die Botschaft neu gebaut haben. Hm naja, das Gebäude sah zumindest ziemlich neu und sauber aus. Wir folgten also dem überhilfsbereiten Beamten. Auf die Frage wie viel es dann kosten würde, meinte er 30 Dollar. Ich war mir aber ziemlich sicher, dass der offizielle Preis 20 Dollar war (die wir extra vorher in Bangkok eingetauscht hatten). Wir begannen also zu diskutieren, aber der Beamte blieb stur. Schließlich wechselte er seine Taktik und meinte, dass wir ein 20 Dollar-Visa bekommen könnten, was allerdings 48 Stunden dauern würde bis zur Ausstellung. Das “Express Visa”, das wir sofort bekommen könnten, koste aber 30 Dollar. Unsicher was wir glauben sollten fügten wir uns schließlich in unser Schicksal und zahlten 30 Dollar, wobei ich dabei das dumpfe Gefühl im Magen hatte über die Ohren gehauen zu werden. Aber ich wollte nicht riskieren auf gut Glück an der Grenze aufzutauchen und dort vll zwischen den Grenzposten zu stranden, weil ich kein Visa bekommen kann. Und immerhin war dies die offizielle Botschaft von Cambodia…
Als wir dann schließlich an der Grenze ankamen und aus Thailand nach Combodia gingen, lernten wir schnell, dass man hier nicht mal Regierungsbeamten glauben kann (oder eher erst recht nicht). Natürlich konnte man das Visa an der Grenze bekommen, für 20 Dollar…
In Laos angekommen wurden wir gleich von einem weiteren Regierungsbeamten in Empfang genommen und zum offiziellen, kostenlosen Regierungsbus geleitet, der uns zum nächsten Busstop bringen sollte. Allerdings hielten wir dann außerhalb eines Reisebüros, angeblich dem einzigen von der Regierung lizenziertem, und unser Beamter meinte, wir sollen hier ein Busticket, für 12 Dollar, oder Taxi für 80 Dollar nach Siem Reap nehmen. Wenn wir ihm glauben schenken, schmuggeln alle anderen Taxis kiloweise Heroin und andere Drogen und auf der Straße wären Polizeikontrollen die uns sofort samt Taxifahrer ins Gefängnis stecken würden.
Wir beschlossen mit einem englischen Pärchen ein Taxi zu teilen und nach zähen Verhandlungen, mit mehrmaligen angedeutetem Weglaufen, zahlten wir nur 40 Dollar für das Taxi.
Ich hatte schon Horrorstorries über die Strecke von der Grenze bis Siem Reap gehört, die unter den Top 5 schlechtesten Strassen der Welt ist. Ich muss sagen: sie treffen zu. Schon der Start nach der Grenze war absolut schlammig und mit riesigen Huckeln übersäht. Manche der zahlreichen Schlaglöcher waren groß genug um einen ganzen Truck drin verschwinden zu lassen. Aber immerhin hatte die Regierung begonnen eine normale Straße zu bauen und an einigen Stellen schlängelten wir uns somit um Bagger, Walzen und andere schwere Maschinen. Ich war irgendwann etwas weggedöst, auch wenn ich mir bei jedem größeren Huckel meinem Kopf an der Wagendecke stieß, als wir plötzlich anhielten und die anderen ausstiegen. Wir hatten einen Platten…zum Glück hatten wir einen Ersatzreifen dabei und der Fahrer hatte offensichtlich schon viel Übung im Reifenwechseln. Wir waren froh bald wieder ins Auto mit Aircondition einsteigen zu können und all dem Staub und Sand zu entfliehen, der von den vorbeifahrenden Trucks aufgewirbelt wird und das Atmen schwer macht.
Nach 3.5 Stunden Fahrt für die knapp 150 km, kamen wir endlich erschöpft in Siem reap an und fanden auch Jodie und Mike auf Anhieb. Wir checkten in unser Hotel ein, was wirklich komfortabel war und nur schlappe 4 Dollar für zwei Personen kostete.
Später gönnten wir uns eine Massage, die hier gerade mal 4 Dollar für 1 Stunde kostet. Übrigens bezahlt man hier alles in Dollar und auch die Atms spucken nur Dollarnoten aus. Nur für Wechselgeld unter einem Dollar bekommt man die lokale Währung, Riel (4000r=1 US Dollar).
Am nächsten Tag gingen wir dann nach Ankor Wat. Diese weltberühmten Tempelanlagen gehören zu dem Weltkulturerbe und sind die Haupattraktion in Cambodia. Hier wurde auch tder Film “Tomb Raider” gedreht. Am Morgen mieteten wir uns also ein tuck tuck und fuhren die 15 km durch den Dschungel zur ersten Tempelanlage. Man muss horrende 20 Dollar Eintritt bezahlen wovon aber nur 10% der Erhaltung der Tempel zu gute kommen und der Rest wird von einer Ölfirma eingesackt, die vor Jahren die Rechte gekauft hat.
Der größte Tempelkomplex Ankor Wat, der der Gegend den Namen gab, ist wirklich beeindruckend, aber nur einer von vielen im Urwald verstreuten jahrhunderte alter Tempel. Sie wurden von dem Khmer erbaut, die vor mehr als tausend Jahren ein mächtiges Königreich in Südost Asien bildeten. Leider wurden viele der Tempel stark beschädigt von dem Kommunistischen Regime “Khmer Rouge”. Alle Statuen wurden z.B. enthauptet und viel gestohlen.
Es war eine schreckliche Zeit für Cambodia und es wurden systematisch alle gebildeten, Fremdsprachen sprechenden und Leute die Brillen trugen, samt Familien aufs Land verschleppt, gefoltert und oft getötet. So starben von 1975-1979 ca. 2 Millionen Cambodier unter dem grausamen Regime, dass durch eine Invasion von Vietnam entmachtet wurde.
Ich hab so viele Bilder von den Tempeln gemacht, dass ich nicht viel dazu sagen muss.
Was leider schade war, dass es touristisch sehr überlaufen ist und sobald man stoppt wird man immer von Verkäufern (meist Kindern, weil sie mehr Mitleid bei den Touristen erwecken) belagert, die einem unbedingt Postkarten, Schmuck oder andere Sachen verkaufen wollen. Das ist in ganz Cambodia so und relativ lästig, da sie sogar in die Restaurants rein kommen und mit ihren weinerlichen Stimmen (mehr oder weniger der cambodische Akzent) unermüdlich dir etwas verkaufen wollen.
Das läuft in etwa so ab:
“hello sir, buy postcard. Cheap cheap. I give u good price”
(das beste ist das einfach schlichtweg zu ignorieren, aber falls man den Fehler macht zu antworten)
“no thank u, i don’t need more postcards!”
Why not, look these are very beautiful, good price”
“No thanks!”
“please, please buy postcard” (während sie dir die Postkarten direkt ins Gesicht halten, während unsereins als armer Tourist versucht sein dinner zu geniessen)
Aber da wir sind ja hoffnungslos freundlich, explodieren unsereins nicht: “i have bought already enough postcards, thank u very much but i would like to finish my meal before it is completely cold.”
“buy more postcards, here look 10 postcards just 2 dollars.”
Oder alternativ “where are u from?” (um dich in ein Gespräch zu verwickeln, falls man den wiederholten Fehler macht und immer noch antwortet) Manche versuchen dir auch zu schmeicheln und sagen (besonders zu den Frauen, bei denen das offensichtlich eher zieht) “u are very beautiful, ur skin is so nice (white)” oder “ur eyes are sooo beautiful” und zu Männern “sir u are very handsome”
Wenn man immer noch nichts gekauft hat nur um sie loszuwerden, stehen sie meistens noch etwas dicht neben dir rum, falls man spontan doch die hundertste Postkarte, Buch oder sonst was kaufen will. Wenn sie dann endlich gehen kann man vll für ein paar Sekunden bis max. wenige Minuten sein Essen genießen, bevor der nächste, mit meistens genau den gleichen Sachen, versucht dir etwas zu verkaufen. Das ist wirklich ziemlich nervig, auch wenn man sich etwas daran gewöhnt nach einer Weile und seine Strategien entwickelt um sie schnell abzuwimmeln.
Nach drei Tagen in Siem reap sind wir dann mit dem Bus zu der südlich gelegenen Hauptstadt Phnom Phen gefahren. Dazu mehr im nächsten Bericht. Es grüßt aus der Ferne Alex